Einsam und allein saß Siegfried in seinem Gefägnis. Die Wände waren feucht und es stank bestialisch. Eine schwarze Ratte schaute ihn an und verschwand dann durch ein Spalt in der Wand.
Die Tage hier waren die Hölle auf Erden meinte Siegfried, nur um ihm etwas altes Brot eine Kanne Wasser und sehr selten mal etwas Wurst zu bringen, damit er nicht verhungert.
Die ersten Tage versuchte Siegfried Fluchtpläne zu schmieden und die Wachen auszufragen. Da diese jedoch nur mit Gewalt antworteten und alles gute Kämpfer zu seien schienen, gab er die Illusion
nach der Flucht bald auf. In der zweiten Woche versuchte er mit einem Hungerstreik etwas über seine Situation zu erfahren. Doch als ihn die Banditen keinerlei Beachtung schenkten übermannte ihn der
Hunger und so war auch dieser Beukot geplatzt.
Drei lange Wochen saß er nun schon in dieser Zelle doch kamen sie ihm länger vor als sein bisheriges Leben. Abgemerkelt und verwarlosst saß er dort nur auf etwas zu Essen wartend und hoffend dass
der Tag bald herum wäre um auf einen neuen zu warten.
Doch dieser Abend war anders als sonst. Zwei Wachen öffneten die Tür und legten Siegfried Ketten an die Hände. Danach sagtem sie ihm er solle ihnen folgen, Zora wolle mit ihm Essen. Siegfried kam
sich vor wie in einem abstrusem Alptraum, derjenige der ihn entführt hat wolle mit ihm essen und dass nach drei Wochen ohne ein Wort. Er wüsste ja nichteinmal weshalb er gefangen genommen wurde. Er
dachte zwar es ginge um viel Geld doch genau wusste er es nicht.
So brachten ihn die beiden Wachen in einen großen kahlen Raum. Die Wände sowie die Decke und der Boden waren aus hartem dunkelgrauen Stein. In einer Ecke prangte ein gewaltiges Banner über einem
Kamin, indem ein herliches Feuer brannte. An einer Wand stand ein voll gedeckter Tisch wie Siegfried ihn von Banketten gewohnt war, nur etwas kleiner. An der Stirnseite saß Zora. Sein Blick war
freundlich und passte überhaupt nicht zu seiner sonstigen Erscheinung geschweige denn zu den Geschichten die man sich über ihn erzählt.
Er bat Siegfried sich zu setzen und ihm die Ketten abzunehmen. Die Wachen taten wie ihnen befohlen wurde und traten danach einige Schritte zurück und behielten den Königssohn im Auge. Nur zwei
Meter trennten den Entführer und den Entfürten von einander.
"Weißt du warum du hier bist?" fragte Zora bestimmend. "Sicherlich wollt ihr Geld" antwortete Siegfried nachdem er seinen gesamten Mut zusammen genommen hatte.
Zora lachte laut "Ich dachte mir dass du soetwas denken würdest" er lachte weiter und rang nach Luft. "Aber wo bleiben meine Manieren. Iß erstmal etwas ich werde es dir wohl genau erklären müssen
und bis ich damit fertig bin bist du sicherlich verhungert" Siegfried stammelte noch ein halbes "habt Dank" bevor er das erste Stück Fleisch in den Mund schob und es mit etwas Wein hinunterspülte
während er mit der freien Hand ein Stück Bot griff.
"Ihr habt wohl keine Angst es könnte vergiftet sein" sagte Zora mit einem hinterhältigem Grinsen. Siegfried lächelte und hörte nur kurz mit dem Essen auf "Hättet ihr mich töten wollen hättet ihr
euch das Gift gespart und mich mit bloßen Händen getötet" Beim Beenden des Satzes verschlang er weiter sein Essen "Aber wolltet ihr mir nicht erzählen wieso ich hier bin wenn nicht wegen Geld"
sagte er schmatzend.
"Sicher, sicher" Zora sah ihn an "Dein Vater der König. Du weißt sicherlich weniger als ich über ihn obwohl er dein Vater ist. Auch wenn du glaubst er sei ein gerechter König der dem Volke
Wohlstand bringt dann frage ich dich eins bevor du mich lügend strafst... warst du jemals außerhalb der Stadtmauern?"
Siegfried stockte. Er wusste dass er niemals die Stadt verlassen hatte doch machten ihn die Anschuldigungen des ihm Gegenübers wütend. Erst entführt er ihn und nun verunglimpflicht er meinen Vater,
den König.
"Ich deute dein Schweigen als nein" sagte Zora und fuhr fort "Dein Vater ist in der Stadt ein wahrlich guter König. Aus diesem Grund stand ich auch lange Jahre in seinen Diensten und führte eine
seiner Armeen an. Doch als ich die Lande verließ um einen Feldzug gegen das Nachbarland Gio zu führen sah ich nichts als Elend.
Kinder verhungerten auf offener Straße, Banditen kontrollierten gesamte Dörfer, Diebe überfielen arme Bürger und jeder der vollends seine Schulden nicht zurückzahlen konnte wurde auf einem der
unzähligen Sklavenmärkte verkauft. Dazwischen bereicherten sich die Soldaten des Königs. Als ich nach meiner Rückkehr dem König davon berichten wollte und ihm einen Bericht schrieb, erhielt ich
meine unehrenhafte Entlassung und ich wurde ausgestoßen. So musste ich außerhalb der Stadt im großartigen Reich deines Vaters leben. Ein einst edler Ritter der selbst seine letzte Ration mit einem
Hungerndem teilen würde wurde zu einem der gefürchtetsten Banditen und Rebellen des Landes.
Deshalb bist du hier werter Prinz ich will deinen Vater zwingen das Elend zu sehen. Sollte er dich zurück wollen muss er dich abholen und sein eigenes Land bereisen."
Stille
"Aber unser Reich ist doch so wohlhabend und kultiviert. Wie soll es sich so unterscheiden von der Hauptstadt. Ich habe die Bücher und Berichte über das Umland gelesen und über die fernen Dörfer im
Reich. Dort stand nichts von Raub , Mord und Sklaverei." Siegfried wirkte entsetzt.
"Alles Lügen, nichts als Lügen. Die Berichte sind gefälscht und die Geschichten utopisch. Die Bürger der Stadt sollen nicht beunruhigt werden und wissen weshalb sie so gut leben. Auf wessen Kosten
sie so gut leben."
Zora blickte Siegfried mit ehrlichen Augen an
"Leider ist es wahr Junge. Ich wünschte auch es wäre anders gewesen, doch sah ich es selbst und bin nun Teil dieser kaputten Welt. Nur dein Vater kann es ändern daher soll er her kommen und es
selbst sehen."